Quelle:
im Alb Bote vom 24.08.2007

Heimatmuseum in Dogern ergänzt durch Waffenkammer

Die Waffen der alten Hauensteiner

VON ALFRED LINS

Dogern hat eine neue Waffenkammer. Allerdings nicht zur Aufrüstung. Vielmehr ergänzt sie die bestehende Ausstellung "Historische Einungsmeisterstube" im Gasthaus Zum Hirschen. Dort werden Exponate aus der Geschichte der Grafschaft Hauenstein gezeigt.

Dogern - Die neue Einrichtung wurde von der Arbeitsgemeinschaft "Historische Einungsmeisterversammlung" im ehemaligen Getreidespeicher des Gasthofs errichtet. Zu sehen sind in der Kammer unter anderem Waffen, wie sie im Hauensteiner Landfahnen bei kriegerischen Auseinandersetzungen getragen wurden. Der Landfahnen war eine von Bauern aufgebaute und organisierte Gruppe, um sich gegen äußere Feinde wehren zu können. Die Idee zur Erweiterung des Heimatmuseums hatte der Münchner Professor Gustav Oberholzer, ein Kenner der hauensteinischen Geschichte. Die Ausführung war dann Sache der im Jahre 1996 gegründeten "Historischen Einungsmeisterversammlung" mit dem Dogerner Redmann Heinrich Dold an der Spitze. Er war es auch, der die Hauptlast der Arbeit trug. Die Räume stellte das Wirte-Ehepaar Renate und Hans-Peter Albiez zur Verfügung. Zu sehen sind Waffen wie Langspieße, Hellebarden, Handfeuer- und Jagdwaffen, aber auch Kurzschwerter. Außerdem sind diverse Mordwerkzeuge, beispielsweise Sensen, zu sehen, wie sie den Salpeterern bei ihrem Marsch auf Waldshut im Jahre 1745 abgenommen wurden. Ergänzt wird die Waffenschau durch Bilder. Sie zeigen den Hauensteiner Landfahnen im kriegerischen Einsatz, so etwa bei der Schlacht bei Schönenhausen bei Schönau im Jahre 1444 gegen die in die Grafschaft eingedrungenen Armanaken.

In einer Ecke des Raumes ist ein Wachlokal mit Wachsoldaten eingerichtet und in einer Kleiderkammer sind Uniformen zu sehen. Nicht zuletzt erwartet den Besucher eine Tischrunde mit den Originalstühlen, auf denen die Einungsmeister bei ihren Zusammenkünften im Hirschen einst Platz nahmen. Die Wände zieren Hirschgeweihe, die nach Angaben von Heiner Dold mindestens 300 Jahre alt sind. Sie stammen aus dem Greiffeneggschlössle in Waldshut.

Die meisten Exponate sind Originalgegenstände, die dem Dogerner Heimatmuseum meist von Privatpersonen als Dauerleihgabe oder als Spende zur Verfügung gestellt wurden. Nur einige wenige Relikte sind nachgefertigt. Der Öffentlichkeit ist die neue Waffenkammer anlässlich des "Tags des offenen Denkmals" über das Wochenende 8./9.September erstmals zugänglich. An beiden Tagen werden zwischen 14.30 und 17.30Uhr kostenlose Führungen angeboten.

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