Benediktinerpater Lukas Meyer

Gelehrter im Kloster St. Blasien
Pfarrer in Todtmoos, Oberried, Nöggenschwiel und Gurtweil
geboren 1774, gestorben 1821

Autor: Franz Hilger, Pfaffenweiler

Im Jahre 1970 gedachte die Stadt St. Blasien in einer würdigen Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages des bedeutendsten Abtes des einstigen Benediktinerklosters St. Blasien, Martin Gerbert. 
Dieser Gedenktag war Anlaß für eine große Zahl von Geschichtsforschern nach weiteren Unterlagen über Gerbert zu suchen um die Sammlungen zu vervollständigen und damit ein umfassendes Bild über das vielseitige Wirken dieses Mannes und seiner Mitarbeiter zu schaffen.
Ein besonderes Augenmerk legte der hochbegabte Fürstabt auf die Förderung der Wissenschaften in seinem Kloster. Durch seine Gelehrtenakademie wurde St. Blasien zu einer Lehranstalt der Philosophie, der Theologie und der Geschichte. In Gerberts "historischer Schule" wurden mit äußerster Gründlichkeit profan und kirchengeschichtliche Werke erarbeitet.
Zu der Gelehrtenakademie des Benediktinerklosters gehörten eine ganze Reihe Wissenschaftler, die Gerbert unterstützten. Die bekanntesten dieser Konventualen waren Marquart Herrgott, Stanislaus Wülberz, Meinrad Troger, Roman Endel, Hugo Schmidfeld, Rustenus Heer, Fintan Linder, Franz Kreuter, Amilian Ussermann, Trudpert Neugart, Vinzenz Ilger, Konrad Boppert, Johann Baptist Weiß, Ambros Eichhorn, Anselm Buß, Viktor Keller und Lukas Meyer.
Über die meisten der Konventualen, die in der Gelehrtenakademie tätig waren, sind in den geschichtlichen Unterlagen Beschreibungen über ihre Herkunft, ihre Schulausbildung und ihr besonderes Betätigungsfeld innerhalb der Akademie festgehalten, außerdem sind in den Archiven und Bibliotheken noch eine große Zahl der von ihnen erarbeiteten Werken erhalten. Der jüngste dieses Kreises, den aus Gündelwangen gebürtige Lukas Meyer, ein vielseitig begabter und fleißiger Gelehrter, wurde vor 200 Jahren, im Jahre 1774, geboren. Im Zusammenhang mit den Gerbert - Forschungen stieß man auch auf Unterlagen über Lukas Meyer. Aus Anlaß des 200. Geburtstages des Gelehrten sei nun in nachfolgendem kurzgefaßten Aufsatz über das Leben und Wirken dieses Mannes, soweit aus den Unterlagen zu entnehmen war, berichtet.
"Armut und Leid sind eine nicht weniger gefährliche als schwere Schule für gewöhnliche Menschen" so schreibt Professor Dr. Heinrich Schreiber im Jahre 1831 über Meyer, "Diese machen darin nicht nur keine Fortschritte, sondern gehen meistens sowohl bürgerlich als sittlich unter. Mit frischer Lebenslust, welche nur ein sich wohl und behaglich fühlendes Wesen durchdringt, verschwindet nach und nach bei ihnen die äußere Tatkraft, und was noch mehr ist, das Gefühl ihrer höheren sittlichen Würde. Sie werden gleichzeitig träge, brüten vor sich hin oder berauschen sich nach langer Versagung in augenblicklichen Genüssen, verschmähen kein noch so unedles Mittel, sich den notdürftigen Unterhalt zu verschaffen, und hadern voll Bitterkeit mit der Vorsehung, daß sie Glücklicheren so viel Güter, ihnen aber nichts als Mangel und Elend zugeschieden hat. Nur wenige Treffliche gehen gestärkt und geläutert aus dieser Schule, wie aus einer Feuerprobe hervor.
Nicht etwa bloß seltene Genien, welche sich überall Bahn brechen, ihre Kraft an den Hindernissen üben, den Verfolgungen Trotz bieten, und in jedem Kampfe gewaltiger und unbezwinglicher werden, sondern auch bisweilen solche Menschen, welche ihren Mitbrüdern nahe stehen, deren Maß von Kräften das gewöhnliche nicht auffallend übersteigt, denen jede Entbehrung und jedes Leid tief zu Herzen geht, die es schmerzlich fühlen, daß sie in ihrem Aufstreben gehindert sind, und sich doch nicht über Verhältnisse und Umgebungen zu erheben vermögen, denen es aber auch an Beharrlichkeit und Ausdauer nicht fehlt, die eben deshalb Zeit und Tätigkeit sorgsam zusammenhalten, um doch in einem kleinen Kreise wohltätig zu wirken, die endlich, was vielleicht das Schwerste ist, Freunde Gottes und der Menschen bleiben, und mit liebevollem Gemüte andern jene Bahn zu erleichtern suchen, welche sie mit so großer Anstrengung und Aufopferung zurückgelegt haben. 
Zu diesen nicht gewöhnlichen Menschen, welche, von Armut und Leiden groß gezogen, dennoch ihrer besseren Natur in jeder Beziehung treu bleiben, und, nur langsam und ohne Geräusch, dennoch unermüdlich und für lange Dauer wirksam sind, gehört Joseph Lukas Meyer." Diese Sätze, die Professor Schreiberin einer Gedächtnisrede vortrug, sind die passende Einleitung zu dieser kurzen Biographie über Lukas Meyer.
Als Sohn einer armen Häuslerfamilie wurde Lukas Meyer am 8. Januar 1774 in Holzschlag bei Gündelwangen geboren. Die Gemeinde gehörte damals zur reichsunmittelbaren Grafschaft Bonndorf. Sein Heimathaus trug den Namen "Auerhäusle". Nach der Taufurkunde ist sein Taufname Josephus, die Namen der Eltern sind Blasius Meyer und Maria geborene Lindwen. Taufpfarrer war Josef Tröndlin und die Paten Jakob Lintner und Magdalena Tröscherin. Der Junge besuchte 1781 kurz die Dorfschule von Boll, mußte sie aber bald wieder verlassen, weil er zuhause zum Viehhüten gebraucht wurde. Während der Winterzeit mußte er beim Mousselinsticken helfen, dies war damals der Haupterwerb der Bauern in dieser Gegend. Vielleicht waren es gerade die Jugendjahre, die er in der Stille und Einsamkeit der Weidfelder und beim Stricken während der Winterzeit verbrachte, ausschlaggebend, daß sich Meyer immer mit besonderer Liebe mit der Geschichte seiner Heimat befaßte.
Bis er einen geregelten Schulunterricht besuchen konnte, mußte er einen langen und schweren Weg gehen. Seine Mutter starb (1782) und sein Vater heiratete zum zweitenmal. Mit seiner Stiefmutter verstand er sich offensichtlich nicht und so kam er im Alter von zwölf Jahren (1785) "auf ein gutes Glück" nach Bonndorf zu den Paulinern. Bereits im Jahre 1402 wurde von Rudolf von Wolffurt das Bonndorfer Klösterle der Pauliner gegründet, das bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts (auch unter der Herrschaft des Klosters St. Blasien) existierte. In dem Paulinerkloster wurde Meyer nur wenig beachtet und er verbrachte die meiste Zeit in einer stillen Ecke des Klostergartens, "wo er öfters bittere Thränen über seine trost-lose Lage vergoß". Der Gärtner des Klosters nahm sich seiner an, er besorgte ihm Bücher und es gelang dem Gärtner, die guten geistigen Anlagen des jungen zu fördern. Der wißbegierige Knabe machte so gute Fortschritte, daß er die Lateinschule der Benediktiner in Villingen und später das Gymnasium in Donaueschingen besuchen konnte. Im Benediktinerkloster Villingen, das damals von Georg Maurer geleitet wurde, wurde Meyer von einer Familie Schilling unterstützt. Mit einem Sohn der Familie Schilling, mit dem Josef Meyer an Privatunterricht teilnehmen konnte, verband ihn eine gute Freundschaft. (Später als Meyer Pfarrer in Nöggenschwiel und Gurtweil war, war sein Freund Schilling Oberamtmann in Waldshut.) 
Im Jahre 1791 fragte er beim Kloster St. Blasien an, um in die Reihe der Mönche aufgenommen zu werden. Seine Bitte wurde ihm verwehrt. St. Blasien hatte es sich zum politischen Grundsatz gemacht, Kinder von Untertanen nur in geringer Zahl und nur bei Mangel an Bewerbern aufzunehmen. Daraufhin setzte Meyer seine Studien an der Hochschule in Freiburg fort. 
Im Jahre 1793 kam für ihn völlig überraschend die Nachricht, daß er in das Kloster St. Blasien aufgenommen werden könne. Meyer befand sich jetzt, nachdem er einige Zeit in Freiburg studiert hatte, nicht mehr in der gleichen Stimmung wie früher. Er hatte Vorlesungen bedeutender und freisinniger Männer, wie Ruef, Sauter und Jakob, gehört, somit kam er mit ganz anderen Vorstellungen wie früher nach St. Blasien. Er wußte, wie in St. Blasien die wissenschaftlichen Arbeiten gefördert wurden, er wußte auch von einer großen Bibliothek und einem umfangreichen Archiv. Nicht minder zog ihn die Verschiedenheit in diesem Kloster an. Hier wurde kein Mönch zeitlebens in eine öde Klosterzelle verbannt, sondern jeder konnte nach seinen Fähigkeiten tätig sein. 
Einige Monate vor seinem Eintritt starb sein großes Vorbild Fürstabt Martin Gerbert. Der Nachfolger Gerberts wurde Moritz Ribbele aus Wolfert (1793-1801). Am 22. Februar 1795 legte Meyer sein Ordensgelübde ab und nahm den Klosternamen Lukas an.
Lukas Meyer fand nach und nach das Klosterleben ganz anders als er es sich vorgestellt hatte. Hier hing nämlich alles von der Persönlichkeit des Vorstehers ab. Abt Moritz Ribbele galt als ein sehr freundlicher und gebildeter Mann, doch die damaligen politischen Auseinandersetzungen veranlaßten den Abt oft über viele Monate hinweg, die Angelegenheiten des Stifts St. Blasien am kaiserlichen Hof in Wien zu vertreten. Er hatte daher wenig Zeit, sich um das Kloster zu kümmern und überließ die Leitung anderen Vorgesetzten. Diese begannen, den Gelehrten die für ihre Arbeiten gegönnte Zeit zu versagen und befahlen sie sich im Chor oder in der Schule nützlich zu machen. Der engherzige, durch Neid und Mißgunst zurückgestoßene Mönchsgeist nahm von Tag zu Tag mehr überhand, und niemand fühlte das Unheil schmerzlicher als der junge Konventuale Lukas Meyer, der voller Begeisterung und Schaffenskraft an wissenschaftlicher Arbeit ins Kloster ging. In einem Brief an einen Freund in Wien berichtete er von seiner bitteren Enttäuschung. "Ich habe", so schrieb Meyer, "in meinem Streben nach Wissenschaften einen Fehltritt getan, welcher sich nicht mehr zurücknehmen läßt. Das Kloster ist der Musensitz nicht mehr, welchen ich darin finden hoffte." 
Der Brief kam anstatt an den Freund in die Hände des Dekans, er öffnete ihn und verfügte über Meyer eine harte Strafe. Man sonderte ihn von den übrigen Konventualen ab, wies ihm am Tisch die unterste Stelle an und nötigte ihn, über Monate hinweg zur frühen Morgenstunde die Frühmette zu besuchen. Später, als ihm in den freien Stunden der Garten wieder offen stand, hüteten sich die meisten, dem Geächteten nahe zu kommen. Meyer zog es daher vor, das Leben der Insekten zu studieren, stundenlang verweilte er bei einem Netz einer Spinne oder bei einem Ameisenhaufen. Was aber den jungen Mann am meisten schmerzte, war, daß man ihm unter dem Vorwand, "er sei ein schwächeres Subjekt", das Studium der französischen und italienischen Sprache verwehrte und ihm den Besuch der Bibliothek verboten hatte. Nur durch eine dritte Hand konnte er manchmal ein Buch bekommen. So erlernte er die griechische und die Anfangsgründe der hebräischen Sprache unter Mitwirkung eines guten Freundes. Nach dieser Zeit der Demütigung und Zurücksetzung wurde Lukas Meyer dann im Jahre 1799 zum Priester geweiht. Seine Mitnovizen waren: Bartholomäus Herder von Rottweil, Johann Schumacher von Herrenzimmern, Johann Roder von Rheinheim, Michael Fay von Biberach und Josef Dannhauser von Rastatt.
Ein Jahr nach der Priesterweihe wurde er als Lehrer für die griechische Sprache an das Lyzeum nach Konstanz geschickt. Hier begann für ihn ein neues Leben und "er fing vielmehr erst hier an, seines Lebens froh zu werden." Der ihm anvertraute Kreis sagte ihm in jeder Beziehung zu. Was ihn aber am meisten beglückte war, daß er oft mit dem Generalvikar Freiherr von Wessenberg zusammensein konnte. "Dieser hatte, wie ein neuaufgegangenes herrliches Gestirn, alle Augen auf sich gezogen, und die Wünsche und Erwartungen eines jeden Gutgesinnten in sich vereinigt. Er entsprach ihnen auch im vollsten Maße. Treu dem Wahlspruch des Hauses ‚Gerade und kräftig' folgte er unumwunden seiner besten Überzeugung, und ließ sich weder durch offene Widersetzlichkeit zurückschrecken, noch durch geheime Umtrieb irreführen."
Bald war Meyer Mitarbeiter der von Wessenberg herausgegebenen "Geistlichen Monatsschrift für das Bistum Konstanz", die später als "Archiv für die Pastoralkonferenzen" erschien. Er knüpfte Bekanntschaften und hatte einen regen Briefwechsel mit Gelehrten des In- und Auslandes.
"Da erschien er seinen Oberen gefährlich und unerwartet verhängten diese den härtesten Schlag über ihn, der unter diesen Umständen auf ihn fallen konnte. Wie ein Blitzstrahl vom heiteren Himmel traf des sorglosen jungen Mann, welcher sich ganz in dem Glücke verlor, geachtet zu sein, und einem erwünschten Berufe zu leben, der strenge Befehl, Konstanz sogleich zu verlassen und dem Lehrfache zu entsagen. Als sein künftiger Bestimmungs- oder vielmehr Verbannungsort war ihm das schaurige Todtmoos angewiesen, wo er in der Wallfahrtskirche im Todtenbache die Stelle eines Pfarrers und Beichtigers versehen sollte." Meyer mußte als Pfarrer nach Todtmoos (1804) "Jetzt war die Gehässigkeit und Verfolgung zu weit getrieben, und da Meyers Vorgesetzte befürchten mußten, ihn auf das Äußerste zu bringen", lenkten sie wieder ein und versetzten ihn nach Oberried, wo er zwar auch eine beschwerliche Pfarrei hatte, aber doch Gelegenheit von Zeit zu Zeit nach Freiburg zu fahren. Es vergingen viele Monate bis sich Meyer von diesem schweren Schlag erholt hatte. Nach der Auflösung des Klosters St. Blasien im Jahre 1806 wurde er, obwohl gegen seine Wünsche, als Pfarrer von Oberried bestätigt. Er hatte zwar gebeten, ihn wieder als Lehrer zu verwenden, aber es war jetzt der Grundsatz geworden, alle Mönche von diesen Posten zu entfernen. Nun widmete sich Meyer der Erforschung der Geschichte seiner Pfarrei. Wessenberg hatte den einsam lebenden Priestern empfohlen "sich mit den geschichtlichen Ereignissen der Pfarrei vertraut zu machen, er kann die darin bemerkenswerten Züge sammeln, in ein Ganzes vereinigen, dieses mit topographischen und statistischen Nachrichten ausstatten, und auf solche Weise nicht nur seiner Gemeinde ein für sie besonders erfreuliches Geschenk, sondern auch dem Geschichtsschreiber des Vaterlandes einen ihm erwünschten Beitrag zur Kenntnis des Landes und seiner Erzeugnisse, der Altertümer, der Kultur und Sitten übergeben. Eine naheliegende, erfreuliche und zugleich dankbare Arbeit für einen jeden Geistlichen dem es in seiner Abgeschiedenheit nur zu leicht an Stoff mangelt, seine Zeit eben so angenehm als nützlich zuzubringen."
Mit der "Geschichte des Tales St. Wilhelm bei Oberried, als Beitrag zu einstigen Pfarrgeschichte" nahm der Zyklus seiner historischen Arbeiten seinen Anfang.
Im Jahre 1809 erhielt Meyer von der Kantonsregierung St. Gallen den ehrenvollen Ruf, die Direktion des neugegründeten Gymnasiums zu übernehmen. Doch seine Obrigkeit sah es nicht gerne, wenn er Deutschland verlasse und versprach ihm zugleich, einen besseren Posten zukommen zu lassen. Lukas Meyer wurde Pfarrer von Nöggenschwiel bei Waldshut. (Im Pfarrarchiv von Nöggenschwiel war leider nichts mehr über Meyer aufzufinden, außer den üblichen Eintragungen in den Kirchenbüchern). Meyers historische Arbeiten über Nöggenschwiel bezogen sich nicht nur auf die Geschichte dieser Pfarrei, sondern auf die ganze Raumschaft aus der später die Geschichte der Grafschaft Hauenstein hervorging. Nach vier Jahren seelsorgerischer Tätigkeit in Nöggenschwiel (Anmerkung *1)  wurde Meyer Pfarrer von Gurtweil. (Anmerkung  *2) Schon kurz nach seinem Amtsantritt wurde in Gurtweil ein Lazarett mit Typhuskranken eingerichtet. 
In einem ausführlichen Bericht, den Meyer damals über die Zustände verfaßte, ist unter anderem folgendes zu lesen: "Kaum erscholl der Ruf daß in der Probstei ein Lazarett errichtet sei, so führten die Bauern aus der äußersten Baar und von allen Seiten her viele Kranke zusammen, daß sie im Schloß nicht mehr konnten untergebracht werden. Aus Erbarmen beherbergte man solche in Bauernhäusern, wodurch schnell die Seuche des Nervenfiebers sich einwurzelte und bald schrecklich wütete. Den Anfang machte der 18. Dezember und bald lagen über 600 Mann im Schloß. Anfangs Jänner richtete man noch die Schütten und Bühnen zu, so daß die Zahl über 1100 anstieg. Obgleich viele hingerafft wurden, kam alle Abende Ersatz von Frankreich an. Anfangs März 1814 war nur ein Student der Chirurgie hier, erst Mitte März langte das österreichische Spitalkommando aus Böhmen hier an. Im Juli 1814 war dieses Spital aufgelöst und fast geleert, doch liegen heute noch, am 26. Juli 1814 einige Reste darin, dem Tode nahe. Wir erwarten also die Auflösung täglich. Die Toten wurden am nordwestlichen Eingang innerhalb der Umfassungsmauer beerdigt. Es sollen ungefähr 3000 dort liegen."
Ein Kommandant quartierte sich im Pfarrhaus ein. Er behandelte Meyer wie sein Knecht und drohte ihm den Kopf zu spalten, wenn er nicht die Seelsorge im Hospital übernehmen wolle. 
Die Bürger von Gurtweil wurden aufgefordert abwechselnd die kranken Soldaten zu versorgen. Auf diese Weise verbreitete sich die Krankheit im Dorfe und bald starben auch viele Bürger der Gemeinde. Auch der Kommandant erkrankte. Durch die Hilfe von Pfarrer Meyer und seinen Hausangestellten konnte er gerettet werden. Nach neun Monaten wurde das Lazarett aufgelöst und der Kommandant "schied mit Tränen der Rührung und des Dankes von dem Manne, dem er sich mit Verwünschungen genähert hatte."
Soweit es die vielfältige Arbeit als Pfarrer zuließ, wendete sich Meyer seinen Studien zu, deren Resultate leider nur teilweise veröffentlicht wurden. Im theologischen Gebiet befaßte er sich besonders mit der Heiligen Schrift in der Ursprache und die Verbesserung der Liturgie, worüber er eine Reihe von Aufsätzen für das "Archiv für Pastoralconferencen" lieferte. Im historischen Gebiet erweiterte er in Gurtweil seine bereits bestehende Sammlung und stellte neue Forschungen an.
"Wer in sein Pfarrhaus trat, erkannte sogleich den Mann von Geist und Geschmack", so schrieb Dr. Schreiber. "Das schönste Zimmer war seiner Bibliothek gewidmet, welche besonders aus griechischen und lateinischen Klassikern und Ausgaben der Heiligen Väter bestand und jedem Freunde zu jeder Zeit offen war. Allenthalben herrschte Reinlichkeit und Niedlichkeit ohne Luxus, zugleich war Meyer sehr gastfrei ohne Verschwendung, und wußte genau den Mittelweg zu treffen. Für sich selbst beobachtet er eine außerordentliche Mäßigkeit, welche von der höchsten Selbstüberwindung zeugte, und welcher allein er noch einige Jahre seines Lebens zu danken hatte. Die Zeit, die er nicht dem Studium oder den Berufsgeschäften widmete, brachte er mit Gartenarbeiten, mit Buchbinden oder an der Hobelbank zu, selbst in der Kochkunst war er nicht fremd. Überhaupt sucht er sich von allen, womit er in Berührung kam, möglichste Kenntnisse zu erwerben. Er wurde hierbei von einer seltenen Beobachtungsgabe begünstigt, welche schnell in die kleinsten Merkmale der Gegenstände eindrang und ihm eine Schärfe und Sicherheit physiognomischer Auffassung verlieh, wodurch er seine Freunde oft in Verwunderung setzte (Anmerkung  *3). Auch sein Gedächtnis war vorzüglich. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich wieder mit dem Bibelstudium des alten Bundes nach dem Grundtext. Er erwarb sich darin eine solche Geschicklichkeit, daß er sogar einen gelehrten Juden durch seine grammatischen und exegetischen Kenntnisse überraschte. In Religionssachen zeigte er durchgehends sehr geläuterte Ansichten. Man sagt, eine Blume richte sich in Wachstum und Geruch nach dem Boden und der Atmosphäre, wohin sie verpflanzt wird. Bei Meyer war es nicht der Fall, Mönchsvorurteile hingen nicht an. Er haßt vielmehr das Mönchstum aus tiefstem Herzengrunde und fürchtete sich vor demselben. 
Die Aufforderung, in das Kloster zurückzukehren, würde ihm wie ein Todesurteil geklungen haben. Auch die übermacht des Papstes auf deutschem Boden, scheute er sich, wie vor einem Gespenst, wobei allerdings seine Kränklichkeit großen Einfluß haben mochte. Oft wurde es ihm so unheimlich, als kämen schon die Schreckensmänner der Inquisition und wollten ihn ergreifen, weil auch er in das ihnen verhaßte Archiv Beiträge geliefert hatte. Übrigens suchte er seine Überzeugung ebenso wenig andern aufzudrängen, als er an der Überzeugung anderer rüttelte, und Zweifel dagegen erhob. Er wußte wohl, daß gewöhnliche Menschen, besonders durch plötzliche Vernichtung lang gehegter Ansichten, nur unruhig und gegen jede Wahrheit mißtrauisch oder ganz überzeugungs- und charakterlos werden, indem sie, aus der angewöhnten Ideenreihe herausgerissen, in die fremde und unterschobene sich nicht zu finden vermögen." Meyers Freund und Förderer, der Klostergärtner des Paulinenklosters in Bonndorf, verbrachte seinen Lebensabend im Pfarrhaus in Gurtweil.
Als Glied der Kirche und des Staates gehörte er zu den Freisinnigen, er haßte Willkür und Gewaltherrschaft. Als er einmal von seinen Vorgesetzten die Weisung bekam, einem in der Nachbarschaft wohnenden Vikar während dessen Abwesenheit den Schreibpult aufzubrechen und verdächtige Briefe zu holen, lehnte Meyer entschieden ab und empörte sich, daß man ihm ein "so unwürdiges Ansinnen machen konnte". "Im Umgang mit andern, welche bei weitem keinen Vergleich mit ihm aushielten, war er nie anmaßend, und ließ dieselben nie seine Überlegenheit fühlen. 
Geheimnisse konnten in keinem Schoß sicherer, als in dem Seinigen niedergelegt werden. Stets bereit, auf seiner Hut zu sein, drückte er sich immer vorsichtig und gewählt aus. Beleidigende Reden oder Handlungen tief empfindend, beherrschte er sich doch stets in einem solchen Grade, daß er durch seine Erwiderung nie ein Blöße gab. Rache übte er an niemanden."
Meyer hatte stets ein gutes Verhältnis zu seinen Dienstboten, aber auch sie verehrten ihn wie einen Vater. Der Genuß von Wein und auch Kartenspiel mied er, man sah ihn daher auch nie in Wirtshäusern, auf Märkten oder in lustigen Gesellschaften.
Am 18. Juni 1821 starb Lukas Meyer. (Anmerkung *4) Seinem Wunsch entsprechend wurde er in der Kleidung des Priesters auf dem Friedhof in Gurtweil beerdigt. Auf seiner Ruhestätte sollte kein Grabstein sondern nur ein bescheidenes Eisenkreuz angebracht werden. 
In einer geschlossenen Kapsel, die von Freunden dem Grabe beigelegt wurde, wird folgendes mitgeteilt: "Hier ruhet aus im finstern Haus, von Geistarbeiten, Körperlenden, Hirtensorgen, bis zu der Auferstehung hellem Morgen, in heiliger Stille die Marterhülle, des Joseph Lukas Meyer. Er war geboren zu Gündelwangen im Jahre 1774 den 8. Jänner, zum Priester geweiht 1799 den 21. September, Professor in Konstanz vom Jahr 1800 bis 1804, Pfarrer zu Oberried von 1804 bis 1809, Pfarrer zu Nöggenschwiel von 1809 bis 1813, zu Gurtweil von 1813 bis 1821, starb hier am 18. Juni 1821, R.I.P."
In seinem Testament wurde festgelegt, daß neben seinen Verwandten und Dienstboten, ein Teil aus seiner Hinterlassenschaft in eine Stiftung für einen Studierenden, welcher Weltpriester werden möchte, verwendet wird. In seinem umfassenden Testament hat Meyer genau aufgeschrieben wie hoch das Stipendium sein soll und nach welchen Gesichtspunkten der in Frage kommende Studierende ausgewählt werden soll. Das Stipendium erhielt den Namen St.-Lukas-Stiftung. In folgendem sei ein Auszug aus diesem Testament mitgeteilt. "Stets von Krankheit gemartert, lege ich hier in dieser Schrift meinen letzten Willen über mein weniges irdisches Vermögen nieder, das mir die liebe Fürsehung beschert hat.
Nach meiner Bestattung soll man alle meine Fahrnisse, was ich nicht unter Lebende etwa verschenkt oder durch ein Legat vergabt haben werde, an bares Geld, so gut als möglich, verwerten, das Geld vom besagten Erlöße einheben, die Schulden tilgen, rechtliche Anforderungen an mich bezahlen. Sodann soll man alle etwaigen Geldbriefe und auch alles übrige erlößete Geld zu einem Stiftungsfond, Namens St.-Lukas-Stiftung einem in Bonndorf oder dessen Umgebung aufzustellenden Fondverwalter überliefern, welcher Verwalter, ein rechtschaffener Mann, Bürgschaft leisten, sogleich das Geld zu fünfprozentigen (wenn's nicht höher geschehen kann) Zinsen auf Versicherungen hin anzulegen, verwalten, verrechnen, einheben, verausgaben soll, unter obrigkeitlicher Aufsicht und nach Landesgesetzen. Für Mühewaltung sollen ihm fünf Prozent von Zinseinnahmen jährlich gebühren. Alle Jahr hat dieser Fondpfleger Rechnung zu legen. In Beziehung auf Rechnungstellung will ich, daß nebst der landesgesetzlichen Behörde des Landesbischofs einen benachbarten Pfarrer beauftrage, daß dieser alle Jahre der jährlichen Rechnungsabhör beiwohne, und, wo nötig, Bemerkungen mache, auch einen Rechnungsausweis der bischöflichen Behörde allemal zustelle. Beinebens hat derselben Rechnungsabhör jährlich mit Einsicht und Teilnahme beizuwohnen mein Bruder Blasius Meyer bei Grafenhausen, nach ihm der älteste Abstämmling männlichen Geschlechts (und falls dieser minderjährig wäre, in dessen Namen sein Pfleger) von ihm. Dafür hat der Stiftungspfleger diesen 2 Gulden jährlich zu geben zum Erweiß, woher die Stiftung rühre. Falls aber die männliche eheliche Abfolge meines Bruders Blasius Meyer erlöschen sollte, will ich, daß an dessen Stelle jeweils ein Vorsteher von Aha zur Rechnungsabhör gezogen werde mit dem Bezug einer gesetzlichen Tagesgebühr. Alles dies soll zu ewigen Zeiten so gehalten werden."
Nach dieser Einleitung folgen in drei Teilen eine genaue Aufstellung was Meyer seinen Dienstboten, seinen Geschwistern und deren Kindern aus seinem Vermögen zugedacht hat. "Denn ich halte dafür" so schreibt Lukas Meyer "daß mit als Herr und Meister die erste Obrigkeit für meine treuen Dienstboten, als Blutsfreunde die nächste für meine dürftigen Halbbrüder und Halbschwestern, denn auch für deren dürftigen Kinder- meine Neffen und Niesen- diese von Liebe gebotene Unterstützung zur Pflicht mache. Ich bitte daher die Obrigkeit dringlichst, diesen meinen beurkundeten Willen nach dem hier buchstäblichen Sinn und Verstand stets und genau zu vollstrecken."
Im vierten Teil des Testaments hat Meyer festgelegt, wer in den Genuß des von ihm gestifteten Stipendium, das fortan den Namen St.-Lukas-Stiftung tragen soll, kommen soll. "Es wird die Fondsverwaltung nach ewig fortgesetzt, diesen Fond soll man so hoch anwachsen lassen, bevor diese Stiftung vollzogen wird, daß er noch nebst sämtlichen Verwaltungskosten jährlich noch etwas rein an Zinsen als zweihundert Gulden abwirft. Im ganzen aber will ich, er soll so hoch anwachsen, daß alljährlich nebst den Verwaltungskosten dreihundert Gulden rein an Zinsen abfallen.
Sobald also der Fond so hoch vermehrt ist, hat der Fondspfleger und das Ortspfarramt (wo der Pfleger den Wohnsitz hat) das Zivilamt zu bitten und veranlassen, daß die Behörde den in nächstfolgenden Beteiligten Nachricht erteile, es sei ein jährliches Stipendium aus dem St.-Lukas-Fond für einen, sich dem Weltpriesterstand (sonst zu keinem anderen Zweck als diesem) widmenden Jüngling eröffnet.
Rechtlichen Anteil haben an diesem jährlichen Stipendium: 
I. Vorerst, und vor allem vorzüglich die männlichen ehelichen Abstämmlinge von meinem Halbbruder Blasius Meyer, deren leiblicher Vater oder leiblicher mütterlicher Großvater den Stamm und Geschlechtsnamen "Meyer" führen (andere Schreibart als "Meyer" ist ausgeschlossen, denn so hießen meine Urväter und nicht anders).
II. Bürgerliche eheliche Kinder (Söhne) aus dem Bezirke Holzschlag, im Pfarrsprengel Gündelwangen, in dem Umfang, wie er am 8. Januar 1774 an Häußern bestund, weil dieses der Geburtsort von mir und meiner seligen Mutter ist. 
III. Bürgerliche eheliche Söhne der Einwohner von Aha im Pfarrsprengel Schluchsee (ausgeschlossen Krummen und Äule), weil ich da das von meinem seligen Vater angeerbte Ortsbürgerrecht besitze.
IV. Bürgerliche eheliche Söhne der Einwohner von Bonndorf im Alpgau (ausgeschlossen alle Höfe und Nebenörter), weil ich hier die erste wissenschaftliche Weihe durch Unterstützung wohltätiger Leute empfing.
V. Bürgerliche eheliche Söhne des Dorfes Boll, der Pfarrei Gündelwangen (ausgeschlossen sind Nebenorte und Nebenhöfe), weil ich da den ersten Schulunterricht erhielt.
Wenn mehrere Jünglinge sich melden, hat nur einer den Genuß des Stipendiums zu erwarten. Ich bestimme folgende Regel: Meldet sich ein Jüngling mit dem Beistand seiner Eltern, der Pfleger, so hat er Zeugnisse vom Lehrer, Pfarrer und dem Amtsschulvisitator oder Dekan über Sittlichkeit, hinreichende gute Anlagen und dergleichen dem Fondspfleger, dessen Wohnortspfarrer, und der Amtsbehörde vorzulegen und Bescheid zu erwarten. Unerläßlich sind begründete Dürftigkeitszeugnisse, denn Reiche haben genug für sich, solche sind immer ausgeschlossen. Ceteris paribus hat der Dürftigere vor dem minder Dürftigen den Vorzug."
Lukas Meyer schrieb nun genau auf, welche Schulen zu besuchen und welche Studienfächer zu belegen sind. Es ist in dieser Stiftung auch festgelegt wie hoch das Stipendium sein darf und wie lange es bezahlt werden soll.
Zum Schluß des Dokuments heißt es: "Diese meine Stiftung soll ewige Kraft haben nach ihrem wörtlichen Inhalt. Ich unterstelle dieselbe dem Schutz des Staates und der vaterländischen Kirche. Ich setze voraus, mein Wille, Gutes für Staat und Kirche zu erzielen, werde nicht verkannt werden.
Sollte aber der vierte Teil dieser Urkunde und Stiftung nicht in Vollzug kommen oder später vernachlässigt, zu andern, als bisher ausgedrückten Zwecken verwendet werden: so will und verordne ich, daß sie sämtlichen ehelichen Abstämmlinge dann von meinem Bruder Blasius Meyer, wie sie auch verwandt sein mögen, nach der Zahl ihrer nochhin vorhandenen Köpfe das ganze Stiftungsgut unter sich gleich zu verteilen befugt und berechtigt sein sollen. Dies hätte aber erst nach der Zeit, nach dem alles von § 1 bis § 20 befolgt sein wird, zu geschehen.
Wofern jemand von meinen Geschwistern oder Verwandten oder laut dieser Urkunde Beteiligten dieses mein Testament im Ganzen oder in einzelnen Teilen anzufechten oder zu bestreiten sich erdreistete, soll derselbe nicht nur nicht gehört sondern falls ihm diese Urkunde etwas zudächte, von aller Teilnahme daran gänzlich ausgeschlossen werden. 
Denn ich habe mit Rat, Besonnenheit und reifer Überlegung diese meine letzte Willenurkunde eigenhändig über mein rechtliches Eigentum darüber mir das volle Verfügungsrecht zusteht.
Ich bitte den Herrn Schilling, dermal Amtmann zu Waldshut, und Herrn Keller, dermal Pfarrer von Grafenhausen aus dem Schwarzwald, sich der Mühe zu unterziehen, als Exekutoren diese Urkunde nach ihrem ganzen Inhalt zu vollstrecken und die Amtsbehörden vollziehen zu lassen.
Falls ich irgendwo etwas nicht klar genug ausgesprochen haben sollte, oder ein Zweifel entstehen sollte, so haben diese beiden genannten Herrn Executoren Erklärung und Deutung nach der Idee dieser Urkunde zu geben.
Die Gründe für die drei vorderen Teile dieser Stiftung wurden erwähnt, daß ich den vierten Teil hinzufügte, bewog mich mein Jugendschicksal, ich wünsche nämlich sehr, daß von meinen Landsleuten fähige arme Jünglinge sich dem Welt- oder Landpriesterstand zum Wohl des ganzen Vaterlandes widmen sollen, ohne dem abschreckenden Drangsal der Armut, worunter ich so oft zagen mußte, eine Beute zu werden.
Ich bitte nun noch Gott und Menschen, dieser meiner redlichen und wohlmeinenden St.-Lukas-Stiftung alles Gedeihen in vollem Maß bescheren und ewiglich aufrecht und blühend erhalten zu wollen."

Gedruckte Schriften von Lukas Meyer

1. Welchen Nutzen kann der Seelsorger für seine Berufsgeschäfte aus der Kirchengeschichte ziehen, und aus welchem Gesichtspunkte muß er sie studieren?
(Archiv für die Pastoralkonferenzen in den Landkapiteln des Bistums Konstanz, 1808
2. Ein Laut aus dem Leben des seligen Martin Gerbert von Hornrau, Fürstabt im vormaligen Stifte St. Blasien (1811)
3. Über das Benehmen des Seelsorgers bei solchen außerordentlichen gottesdienstlichen Verrichtungen, welche er nach seiner Meinung gut heißt. (1811) 
4. Meine Ansicht über die Liturgie. Ein Konferenzaufsatz veranlaßt durch die bischöfliche Konferenzfrage "Wie müßte ein Buch eingerichtet sein, und was müßte es enthalten, wenn es die ganze Volksliturgie in sich schließen sollte?" (1812)
5. Das Pfarrbuch zu Kirchzarten (1813)
6. über die Frage: Wie Konferenzen abzuhalten seien? (1815)
7. Über die Ansichten und Mittel einer zweckmäßigen Regeneration der Liturgie. (1816)
8. Der heilige Gallus als Christenlehrer. Ein Beitrag zu seiner Biographie. (1818)
9. Versuch einer Beantwortung der Frage, nach welcher Methode sollte die Kirchengeschichte überhaupt und das Bistums Konstanz insbesondere geschrieben werden, um für die Seelsorge in jeder Hinsicht lehrreich zu sein? (1819)
10. Über den Gesamtwillen der einzelnen katholischen Kirchen in ihren Sendräthen, in Beziehung auf das Großherzogliche Badische Bistum Konstanz (1810)
11. Geschichtliche Beleuchtung des alemannischen Volksglaubens (1819)
12. Stiftungsurkunde über den Armenfond zu Gurtweil (1820)

--- Geschichte der Salpeterer auf dem Süd - östlichen Schwarzwalde, Herausgegeben und mit einer Biographie des Verfassers, so wie mit einem Nachtrage zur Geschichte der Salpeterer versehen von Dr. Heinrich Schreiber (1857)

Ungedruckte Schriften

13. Geschichte des Tales St. Wilhelm bei Oberried, als Beitrag zur einstigen Pfarrgeschichte (1808)
14. Geschichte der Pfarrei Nöggenschwiel (1810-1812)
15. Kulturgeschichte des Schwarzwaldes (1813) 
16. Geschichte der Pfarrei Gurtweil (1814)
17: Aus dem Leben des Priesters Adamantios Origenes (1815)
18. Schicksale der Wiedertäuferlehre auf dem Schwarzwalde (Materialien zur Geschichte des süd-östlichen Schwarzwaldes) (1815)
19. Urkundliche Nachrichten zur Landgeschichte. Sammlung von Urkunden, welche sich größtenteils auf St. Blasien, Hauenstein, den Klettgau usw. beziehen (1816)
20. Römische Alterstümer auf dem südöstlichen Schwarzwalde, besonders über die Ausgrabungen bei Lauchringen (1817)
21. Deutsches Land und deutsches Volk. Charakterzüge aus dem 12. und 13. Jahrhundert, meistens aus dem Nibelungenliede und den Minnesängern gesammelt (1818)
22. Hercynia oder Eigentümlichkeiten der Schwarzwälder Mundart (1819)
23. Umriß der Geschichte von der alemannischen Landgrafschaft Alpgau oder Hauenstein (1820)

Literatur:
Dr. Heinrich Schreiber: Vortrag bei der Gedächtnisfeier der Stifter an der Albert-Ludwig-Hochschule (1831)
Joseph Bader: Das ehemalige Kloster St. Blasien, FDA (1874)
Franz Xaver Werk: Stiftungsurkunden akademischer Stipendien an der Hochschule Freiburg von 1497-1842 (1842)
Leo Beringer: Die Geschichte des Dorfes Gurtweil (1960)


Anmerkungen sind aus dem Buch :
Geschichte der Salpeterer auf dem Süd - östlichen Schwarzwalde, von Joseph Lukas Meyer, Herausgegeben und mit einer Biographie des Verfassers, so wie mit einem Nachtrage zur Geschichte der Salpeterer versehen von Dr. Heinrich Schreiber (1857)

Anmerkung *1                       zum Text
Über Meyers seelsorgerliche Verhältnisse und Wirksamkeit zu Nöggenschwiel (Nöggenschweil) theilte mir Herr Pfarrer Kleber folgende Notizen gefälligst mit. "Meyer war von dem besseren Theile des Volkes stets geliebt und geachtet; Bigotten und junge Leute waren ihm nicht ganz gut. Erstere, weil er in der Gottesverehrung dem todten Mechanismus der Werkheiligkeit, der passiven Frömmelei stets entgegen arbeitete, und auf eine Anbetung Gottes in Geist und Wahrheit drang; die anderen weil er streng auf den Besuch der christlichen Lehren und der Schule hielt. Obwohl stiefmütterlich von der Natur mit Musikgehör versehen, gab er sich alle Mühe, deutsche Lieder einzulernen, um den Kirchengesang einzuführen und junge Leute zu unterrichten, welche er durch kleine Geschenke ermunterte. Feind war er dem geisttödtenden Rosenkranz, den er allmählig abschaffte. 
Da gegen seinen Willen die Pfarrangehörigen einmal bei der Messe den Rosenkranz anfingen, blieb er an den Staffeln des Altares stehen, bis sie denselben ausgebetet hatten; dann erst begann er die Messe. Einen jungen Burschen den er zum Besuch der christlichen Lehre nicht bringen konnte, versagte er in der Folge die eheliche Einsegnung, bis er sich mehrere Wochen täglich beim Unterricht gestellt hatte. Dies fruchtete. Sonst war er von scharfen Maasregeln kein Freund, aber stets beharrlich in der Verfolgung seiner Zwecke. Einigemal legte er mir bei Gelegenheitsreden in dem Mund, was er wünschte, daß gesagt werden möchte, und um das Vertrauen nicht zu verletzen, nicht gerne selbst sagte; was ich freudig that."

Anmerkung *2                     zum Text
Nach vier Jahren (1813) wurde er auf eine bessere und letzte Stelle, nämlich auf die Pfarrei Gurtweil gleichfalls bei Waldshut, versetzt. Dieser Ort hat eine ungemein schöne Lage am fuße des Gebirges unfern vom Rheine, und ist nicht ungeeignet, für einen langjährigen Dulder zum Asyle zu werden.
Meyer fand hier auch wirklich noch eine Entschädigung für die unausgesetzten Mühen und Bedrängnisse seines Lebens, aber erst im Verlauf der Jahre; denn die erste Zeit seines Aufenthalts war für ihn höchst drückend. Das Nervenfieber schwang nämlich damals seine furchtbare Geißel über das Land und besonders über diejenigen Orte, in welchen Österreichische und Russische Militärhospitäler errichtet worden waren. Dieses Los hatte auch Gurtweil getroffen, gewissermaßen abgeschnitten, und den Soldaten preisgegeben war.
 

Anmerkung*3                     zum Text
Herr Pfarrer Kleber schrieb mir hierüber unter Anderem 
"Ich brachte einst völlig unbefangen einen mir sehr angerühmten Vikar zu meinem Freunde. Unheimlich nahm mich dieser mit der Frage auf die Seite: "was bringen sie mir hier für einen schrecklichen Menschen?" In der That entwickelte er auch bald die verwilderste Gemüthsart. Ein andermal stellte ich ihm ein mir bekannten Studierenden als ein sehr talentvollen und hoffnungsreichen jungen Mann vor. Meyer erwiederte kurz: "es wird nichts aus ihm werden;" und es traf nur zu sehr ein. Ich könnte ihnen noch eine Menge dergleichen Züge anführen."

Anmerkung *4                      zum Text
Je mehr aber Meyers geistige Kraft sich entwickelte, je vielseitiger seine Studien und je gründlicher seine Forschungen wurden, je mehr er die Liebe seiner Gemeinde durch Erfüllung aller seelsorgerlichen Pflichten gewann; desto mehr schienen gegenüber seine körperlichen Kräfte abzunehmen, und sich wie eine Lampe, welche keine Nahrung erhält, nach und nach sich verzehren. Am meisten nahm dieses gegen das Frühjahr 1821 zu, da der kränkliche Mann sichtlich seinem Grab entgegenwankte. Nur er selbst schien es nicht zu bemerken oder nicht bemerken zu wollen, bis er endlich wegen überhandnehmender Schwäche genöthigt wurde, sein Lager nicht mehr zu verlassen. Allein auch hier behauptete er diejenige Fassung und Ruhe, welche er seines vielfach bewegten Lebens zu erringen sich bemüht hatte. Den 18. Juni des Jahres fühlte er sich besonders schwach, und ließ deshalb auch seine Dienstleute zu sich kommen. Er reichte ihnen seinen Arm mit der dringenden Bitte, es ihm zu sagen, wenn der Puls zu schlagen aufhören, und der kalte Todesschweiß sich zeigen würde. Plötzlich brachen sie in lautes Weinen aus; er verstand es vollkommen, nickte, wie Abschied nehmend, mit dem Kopfe, sagte mit gebrochener Stimme: "bethet, ich sterbe!" und schloß die Augen für immer. Kein Zug hatte sich in seinem Gesichte verändert.
 

 

Quelle:
Badische Heimat, Mein Heimatland 1976 Heft 3 Autor: Franz Hilger, Pfaffenweiler

Geschichte der Salpeterer auf dem Süd - östlichen Schwarzwalde, von Joseph Lukas Meyer, 
Herausgegeben von Dr. Heinrich Schreiber (1857)

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