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Das Ende der Grafschaft Hauenstein

Nach dem Frieden von Preßburg am 26. Dezember 1805 endete die österreichische Herrschaft bei uns. Durch den Vertrag zwischen NAPOLEON und Kaiser Franz II. fiel mit dem Breisgau auch das Hauensteinerland an das eben geschaffene Land Baden. Die Huldigung für den neuen badischen Landesherrn Kurfürst KARL FRIEDRICH fand für die Hauensteiner am 30.  Juni 1806 in Freiburg statt. Dazu mußte jede Gemeinde einen Abgeordneten schicken, der stellvertretend für alle übrigen Gemeindeglieder den Huldigungseid ablegte. Damit war die Grafschaft Hauenstein endgültig erloschen, die Einungen verschwanden von den Landkarten. Amtsbezirke bzw. Vogteien traten an ihre Stelle. Der letzte Hauensteiner Redmann, JOHANN MICHAEL JEHLE aus Heppenschwand, starb 1831 in Waldkirch, wo sein Grab heute noch auf dem Friedhof erhalten ist.

Es ist eigenartig, daß sich die Grafschaft Hauenstein mit ihren Privilegien und Freiheiten in einer zwar eingeschränkten, aber doch einmaligen demokratischen Selbstverwaltung über die Jahrhunderte im österreichischen Staatsverband halten konnte. Sicher war dies ein frühes Zugeständnis des Landesherrn an die freiheitsliebenden Waldbewohner, um sie nicht in die Arme der benachbarten Eidgenossen zu treiben, mit denen sie nicht nur gute Kontakte, sondern vieles andere gemeinsam hatten. Weiter brauchte Habsburg die Hauensteiner alsVorposten in der Wetterecke des Reiches bei den vielen Auseinandersetzungen mit Frankreich. Von seiten der Regierung unterstützte man immer die Jagdleidenschaft der Hauensteiner, die außer Hirsch, Reh und Wildschwein alles jagen durften, um diese Mannen geländegängig, waffenkundig und wehrfähig zu erhalten.

Quelle: Die Grafschaft Hauenstein in Vorderösterreich

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